Netzwerk für Geflüchtete

Bad Reichenhall

Ich will mitmachen!

Sie wollen sich in Bad Reichenhall für Geflüchtete einsetzen? Dann sind Sie hier genau richtig! Bei uns erfahren Sie alles über soziales Engagement im Bereich Asyl in Bad Reichenhall.

Häufig gestellte Fragen:

  • Wie viele Asylbewerber sind derzeit in den einzelnen Städten und Gemeinden des Landkreises untergebracht und wie viele müssen noch untergebracht werden?

    Derzeit (Stand: April 2017) sind 1.039 Asylbewerber im Landkreis untergebracht.


 

  • Aus welchen Ländern kommen die Asylbewerber?

    ​Die Asylbewerber kommen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Eritrea sowie vereinzelt auch aus anderen Staaten.


 

  • An wen kann ich mich wenden, wenn ich mich ehrenamtlich engagieren möchte?

    Unterstützung der im Landkreis Berchtesgadener Land untergebrachten Asylbewerber:

    Wenn Sie daran interessiert sind, eine ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen, oder bereits ehrenamtlich tätig bist, können Sie uns gerne direkt über das Kontaktformular anschreiben. Wir freuen uns sehr!

Unterstützung im BAMF-Wartebereich Freilassing

 

In den letzten Monaten haben zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die Versorgung und Verpflegung der ankommenden Flüchtlinge ganz wesentlich unterstützt. Ohne diesen Einsatz wäre ein geordneter Ablauf in der ehemaligen Notunterkunft nicht möglich gewesen. Die Caritas Berchtesgadener Land übernimmt die Koordination ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer für einzelne Tätigkeiten, insbesondere bei der Betreuung der Flüchtlinge und Kleidungsausgabe. Im BAMF-Wartebereich in Freilassing (Sägewerkstraße) werden weiterhin ehrenamtliche Kräfte gesucht.


Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich am Infopunkt der Caritas (im Gebäude Sägewerkstraße 13, Freilassing) persönlich melden und erhalten Auskunft über die entsprechenden Einsatzzeiten.


Telefonisch ist der Infopunkt täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer + 49 152 59657894 erreichbar.

 

 

  • Wo kann ich Kleider- und Sachspenden abgeben?

 

Die Kleiderkammer steht allen Hilfsbedürftigen offen.

Für Sachspenden wenden Sie sich bitte an die Kleiderkammer der Caritas (Telefon +49 8651 71690).

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag:  09:00 bis 16:00 Uhr
Freitag:                          09:00 bis 16:00 Uhr


Folgender Bedarf besteht:

Kleidung für Kinder/Frauen/Männer (kleine Größen)
gut erhaltene Teppiche
Möbel nach Absprache

Wir möchten darauf hinweisen, dass dies kein Spendenaufruf ist, sondern lediglich zur Information der Einwohner dient, da viele Bürger bereits wegen Spenden angefragt haben. Es ist jedem selbst überlassen, ob, wie viel und vor allem für wen er spenden möchte.

 

 

  • Wo kann ich Geld spenden?

Für Geldspenden wurde von der Caritas Berchtesgadener Land ein Konto bei der Sparkasse Berchtesgadener Land (IBAN: DE09 7105 0000 0000 3906 09, BIC: BYLADEM1BGL) eingerichtet. Als Verwendungszweck bitten wir Sie „Spende Kleiderkammer" anzugeben.

 

 

  • Gesundheitsuntersuchungen von Flüchtlingen - Wie ist die Situation?

 

Die zunehmende Zahl an Asylbewerbern stellt auch das Gesundheitsamt, und damit den gesamten den Öffentli­chen Gesundheitsdienst (ÖGD) vor große Her­ausforderungen. Der Gesundheitsschutz der bayerischen Bevölkerung und der Asyl­bewerber hat für die Bayerische Staatsregierung einen hohen Stellenwert. Deshalb wurden eine Gesundheits­untersuchung auf übertragbare Erkrankungen (nach § 62 Asylverfahrensgesetz – AsylVfG) sowie die medizinisch kurative Versorgung der Flüchtlinge implementiert.


Die bundesrechtlich vorgeschriebene Gesundheitsuntersuchung nach § 62 AsylVfG durch den ÖGD muss in Bayern innerhalb von drei Tagen nach Registrierung in einer Erst­aufnahmeeinrichtung erfolgen.


Der Umfang der Untersuchung umfasst:  

eine körperliche Untersuchung zum allgemeinen Gesundheitszustand und auf Anzei­chen einer übertragbaren Krankheit,
eine Untersuchung zum Ausschluss einer Tuberkulose der Atmungsorgane (Röntgen­bild oder Bluttest),
eine Blutuntersuchung auf das Vorliegen einer HIV- oder Hepatitis-B-Infektion und
Stuhluntersuchungen auf Bakterien sowie je nach Herkunftsregion auf Darmpa­rasi­ten.


Im ersten Halbjahr 2015 wurden 27.862 Blut- und 30.124 Stuhlproben von Asylbe­werbern in Bayern am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsi­cherheit (LGL) untersucht (siehe dazu Bayerisches Ärzteblatt zum "Gesundheitsuntersuchungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz" - PDF).


Die individuelle medizinische Behandlung der Asylbewerber wird durch niedergelas­sene Ärzte sowie Kliniken gewährleistet. Die notwendige ärztliche und zahnärztliche Behandlung bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen sowie Impfungen werden nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (§ 4 AsylbLG) gewährt. Nach § 6 Abs. 1 AsylbLG können an­dere Behandlungen übernommen werden, wenn diese zur Sicherung der Gesundheit un­erlässlich sind. 


Tuberkulose:

Die Tuberkulose gehört weltweit mit jährlich etwa neun Millionen Neuerkrankungen und 1,5 Millionen Todesfällen zu den häufigsten meldepflichtigen Infektionserkran­kungen bzw. To­desursachen (Therapieerfolg bei ca. 86 Prozent). Nach Angaben der Weltgesundheitsorga­nisation (WHO) sind ca. 85 % der Tuberkulose-Neuerkrankungen in Asien (56 %) und Afrika (29 %) zu verzeichnen. Einige Hauptherkunftsländer (HHL) der Asylbewerber im Jahr 2015 in Bayern gehören zu diesen Kontinenten (Afghanistan, Nigeria, Somalia). Auf Europa ent­fallen 4 % aller Tuberkulose-Neuerkrankungen, wobei hier insbesondere osteuropäische Staaten (2015 v.a. Ukraine) betroffen sind.


In Bayern wie im übrigen Deutschland lagen die Neuerkrankungen 2014 bei 5,5 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. Im ersten Halb­jahr 2015 wurden für Bayern bisher nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) insgesamt 451 Tuberkulosefälle von den Gesundheitsämtern das LGL über­mittelt (Datenstand: 30. Juni 2015), davon 123 Fälle von Asylbewerbern (1. Halbjahr 2014: Gesamtzahl 331, davon Asylbewerber 66). 103 der asylbezogenen Tuberkulo­sefälle betrafen dabei Männer im Alter von 15 bis 39 Jahren. 


Hepatitis B:

Die Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Weltweit lassen sich drei Re­gionen mit unterschiedlich hohem Vorkommen (Prävalenz) chronischer Hepa­titis-B-Infekti­onen unterscheiden: Gebiete mit hoher (> 8 %), mittlerer (2-8 %) und niedriger (<2 %) Prä­valenz.


Deutschland gehört mit <1 % in der Allgemeinbevölkerung zu den Niedrig-Prä­valenzregionen. Die Hauptherkunftsländer 2015 von Asylbewer­bern in Bayern zählen zu Regionen mittlerer (Syrien, Afghanistan, Ukraine, Serbien, Irak, Bosnien-Herzegowina) und hoher Prävalenz (Eritrea, Nigeria, Somalia, Sene­gal). Im ersten Halbjahr 2015 waren im Rahmen der Gesundheitsuntersuchungen von Asylbewerbern (15 Jahre und älter) 4 % an­steckungsfähige Hepatitis-B Fälle nachgewiesen. Dieser Anteil liegt über die Jahre hinweg konstant in einem Bereich von 3 - 5 % (2013: 4,99 %, 2014: 3,72 %). 


HIV:

Die Zahl der weltweiten HIV-Neuinfektionen wurde im Jahr 2012 auf 2,3 Millionen Men­schen geschätzt. Mehr als 95 % aller HIV-Infizierten leben in Entwick­lungsländern, 69 % in Sub-Sahara Afrika. Die HIV-Prävalenz in der bayerischen bzw. deutschen Bevölkerung liegt in den ver­gange­nen Jahren relativ konstant bei etwa 0,1 %. 0,76 % der untersuchten Asylbewerber ab 15 Jahren waren im ersten Halbjahr 2015 im HIV-Test positiv, bei 0,6 % konnte eine HIV-Infektion neudiagnostiziert werden. Damit liegt auch der Anteil an HIV-positiven Personen über die Jahre konstant bei 0,75 - 1 %.


Bei Vorliegen einer Tuberkulose-, Hepatitis-B oder HIV-Infektion werden dem Asyl­bewerber durch das Gesundheitsamt im Rahmen der Aufklärung Übertragungswege und Behand­lungsoptionen mitgeteilt. Im Falle einer Tuberkulose wird eine Behand­lung eingeleitet. Im Falle einer ansteckungsfähigen ("offenen") Tuberkulose erfolgt diese in der Regel stationär.

 

Untersuchung von Stuhlproben von Asylbewerbern:

Die äußerst geringe Zahl positiver Stuhlproben zeigt, dass Asylbewerber als Keimträger und Reservoir kaum eine Rolle spielen und somit keine relevante Gefahr für die deutsche Bevölkerung darstellen. Unter den in Deutschland üblichen Hygienebedingungen (insbe­sondere Sanitärstandards) stellen diese Infektionen für die Bevölkerung in der Regel keine Gefahr dar. Eine Be­handlung ist nur in Einzelfällen notwendig und wird dann über das Ge­sundheitsamt initiiert.


Die wesentlichen Infektionsgefahren bestehen im Kontakt mit auch in der ansässigen Be­völkerung häufig auftretenden Erkrankungen wie Erkältung, Magen-Darm-Grippe, "Kinder-Krankheiten", etc. Auch Fälle von Masern, Windpocken und Pertussis treten immer wieder auf, da gerade in den Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern die Impfprogramme in den letzten Jahren nicht mehr aufrechterhalten werden konnten. Aus diesem Grund sollten die von der STIKO in Deutschland empfohlenen Impfungen von der Bevölke­rung wahrgenom­men werden. Zu beachten ist auch, dass durch die Zuwanderung Fälle von Polio möglich sind (2014 sind mehr als 20 Fälle in Syrien bekannt geworden) und entsprechende Auf­frischimpfungen erfolgen sollten. Diese Impfungen sind Kassenleistungen und können beim Hausarzt bezogen werden.


Aufgrund der räumlichen Enge in Asylbewerbereinrichtungen kommt es immer wie­der zu Erkrankungsfällen an Skabies (Krätze). Wiederholt haben sich auch Erkran­kungen und Ausbrüche von Windpocken und Masern ereignet. Das frühe Erkennen von Infektions­krankheiten und die Isolierung erkrankter Personen durch den ÖGD ist neben den persönli­chen Schutzimpfungen dabei ein wichtiges Mittel, um Ausbrüche zu begrenzen oder sogar zu verhindern.


Speziell für ehrenamtliche Helfer hat das Landesgesundheitsamt eine Informations­schrift rund um Infektionsrisiken, Unfall- und Haftpflichtfragen (PDF) erstellt.


Weiterführende Informationen zu einzelnen Infektionskrankheiten und den Impf­schutz fin­den sie auf der Homepage des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.


Ihr Gesundheitsamt am Landratsamt Berchtesgadener Land
Stand 28.09.2015

 

 

  • Welche Geld- und Sachmittel bekommt ein Asylbewerber im Monat?

Unterkunft, Heizung, Strom wird gestellt.


Das physische Existenzminimum (Nahrung, alkoholfreie Getränke, Bekleidung, Hygiene) wird in einer Erstaufnahmeeinrichtung durch Sachleistungen gedeckt (nach der Verteilung wird dieser Bedarf durch Geldleistung - ca. 182 Euro pro Monat - gesichert).


Der Bargeldbedarf zur Sicherung des soziokulturellen Existenzminimums beträgt bei einem Erwachsenen, der alleinstehend oder alleinerziehend einen eigenen Haushalt führt, 143 Euro. Mit diesem Betrag sollen Bedürfnisse u. a. aus Nachrichtenübermittlung, Bildung oder Verkehr gesichert werden. Dies ist der Höchstsatz für den Bargeldbedarf.

 

 

Quelle: Landratsamt Berchtesgadener Land, 2017

Verantwortlich:

 

Netzwerk für Geflüchtete Bad Reichenhall

Manuel Hubmann
Im Poschengrund 10
83435 Bad Reichenhall

kontakt@manuelhubmann.de

 
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